Bericht 19.06.2017: Jubiläumsveranstaltung
40 Jahre erste deutsche Informatik-Regionalgruppe -
30 Jahre zusammen mit der GI

1. Gerhard Schimpf (ACM): Die Gründung vor 40 Jahren - die Ziele bleiben hochaktuell

Gerhard Schimpf hat 1977 die Regionalgruppe mitgegründet. Er erzählte von den ersten Treffen, den Zielen und der Entwicklung der Themen bis heute. IT-Professionals aus verschiedenen Unternehmen trafen sich zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch, um die internationale Entwicklung der IT zu verfolgen und dabei auf dem Laufenden zu bleiben. Die Entwicklung ist in der Zwischenzeit in großem Maße vorangeschritten, die Themen haben sich geändert. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Themen von ACM, GI und der Regionalgruppe wider. Dabei sind die Ziele dieselben geblieben: Gerade bei dieser rasanten Entwicklung ist ein regelmäßiger Erfahrungsautausch unter IT-Professionals nicht nur der eigenen Firma und die Verfolgung der internationalen Entwicklung unverzichtbar.

2. Christine Regitz (GI): Botschafter für die Informatik in Baden-Württemberg – Happy Birthday GI-/acm-Regionalgruppe Stuttgart/ Böblingen

Christine Regitz, Vizepräsidentin der GI und Vice President User Experience der SAP SE berichtete über das Engagement der GI seit nunmehr 30 Jahren für den Erfahrungsaustausch auf lokaler Ebene. 34 Regionalgruppen werden z.Zt. in Deutschland zusammen mit dem German Chapter oft he ACM mit ehrenamtlichem Engagement betrieben. Sie stehen den 20.000 Mitgliedern und den Mitgliedern des German Chapter of the acm offen und laden auch interessierte Nichtmitglieder ein.

In der Region tragen sie zum Qualifizierungsaustausch zwischen Hochschulen und Wirtschaft und Forschungseinrichtungen bei sowie zur Vernetzung lokaler IT-Verbünde bei.

 

3. Lars Roith: Digitalisierung in der Industrie: Wie Internet of Things und Holographic Computing den Alltag erobern

Lars Roith, Geschäftsführer der AIT GmbH & Co. KG, und Herr Boost sprachen über das Internet of Things und über Virtuelle Realität und zeigten auf, wie diese Technologien heute schon ganz praktisch angewendet werden. Inzwischen schon sehr verbreitet sind der Fitness-Tracker und zumindest die Idee des vernetzten Haushalts, in dem der Kühlschrank automatisch Milch nachbestellt und die Gesundheit des Bewohners, beispielsweise sein Schlaf, protokolliert und ausgewertet wird. Auch in der Landwirtschaft hält die Technologie Einzug unter dem Stichwort "Internet of Cows".

Bei der Vernetzung entstehen große Mengen an Daten, die durch Big Data Technologien ausgewertet werden. So kann beispielsweise ein Kreditkarteninstitut aus den Informationen über die Einkäufe der Kunden deren Größe und Gewicht ermitteln.

Zu dem Vortrag gehört auch eine Life-Demonstration einer virtuellen Simulation in drei Dimensionen. Die vorgestellte Technologie passte auf eine Sackkarre und war dazu fähig, eine technische Anlage in eine reale Umgebung, z.B. einen Messestand, zu integrieren. Der Betrachter kann sich in der Anlage bewegen und sogar über ein virtuelles Bedienpanel, das die Brille anzeigt, sowie über Sprachsteuerung mit ihr interagieren, die Anlage verkleinern und vergrößern, sie verschieben und drehen. Oder ins laufende Fließband eingreifen und die Produktion durcheinander bringen. Dies macht die Simulation sehr realistisch.

Laut Roith und Boost ist es keine Frage, ob oder warum Internet of Things und Vernetzung wahr werden, sondern nur wann. Gegen eine Zwangsvernetzung regte sich im Publikum natürlich Widerstand, und es wurden Datenschutz und Transparenz eingefordert. Vermutlich sind diese Bedenken auch der Grund, warum das Internet of Cows früher wahr wurde als das Internet of Humans.